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Wenn dunkel morgens blau die Leuchtreklame empfängt,
die fette Taube flatternd den Blick ins Gleisbett lenkt.
Wenn fröstelnd Reisende wartend am Rande stehen
Pendler vorbeijagen ohne links, noch rechts zu sehen.
Wenn Menschen ohne festes Heim
selbst ihren Körper quälen, und andere im Vorbeigehen
ihre Lebensgeschichte erzählen.
Wenn eisige Luft den U-Bahnschacht herunter grollt,
und die leere Bierflasche klirrend um die Ecke rollt.
Wenn hinter großen glänzend warmen Fenstern
hell die Lichter anspringen,
Kaffeemaschinen röhren, PC-Lüfter singen…
Dann wird es klar, ganz tief in mir….
Guten Morgen Moloch, ich bin wieder hier.
AR 100209
Seelentau
stetig tropft und höhlt mein Herz
reifeisige Augen
süßer Schmerz.
Im Wintereis kalt stehen Seelen
schutzlos ausgesetzt mich quälen
tagtäglich Worte, böse Blicke.
Fahl glitzern Tropfen tränenblass auf weißer Haut
zitternd Hand an frühlingsstarkem grünen Dickicht baut.
Und mit jedem eisig monotonen Tropfen
hier mein Widerstand wegtaut.
Ein erstes Zwitschern in der Monotonie erschallt.
Leise schließe ich mit Bedacht, die Augen still zur ewigen Nacht.