Einträge tagged ‘Gedicht

11
Sep
09

Warten auf Oktober – Klappe die Erste

Warten …

Frischer Wind Gedankenböen sät
Nebel kniehoch in den Wiesen steht,
wohlig in Schwärze tiefversunken,
haben dürstende Poren nahe Herbstluft getrunken.
Suchst verzweifelt Gelbes Blitzen
in Großstadtnormbewuchsblattspitzen,
suchst nach welkbunten Blättern,
mit den Füßen zu spielen…….oder…..
wartest doch einfach auf den Oktober.

26
Jun
09

Mal wieder ein Gedicht

Metamorphosen

Ein Jeder steht auf dieser Welt
geht, wenn sein letzter Vorhang fällt
doch ganz für sich allein.

Eingeschlossen,
jeder noch so feste Schritt,
gegangen, mit der Erkenntnis im Tiefenbewusstsein.

Hier und dort begleitet -ein Stück des Wegs-
Ob gut? Ob schlecht?
Ist Einerlei – es prägt!

Und somit mancher Narben auf der Seele
von zu viel zu langen Gesellschaften trägt.
Es unterliegt der Metamorphose
das denkende, das fühlende Wesen -
kann erst im Fallen des letzten Vorhangs
in der Verwandlung dann genesen.
A.R. 260609

28
Feb
09

Letzte Gedichte

7:05

Wenn dunkel morgens blau die Leuchtreklame empfängt,
die fette Taube flatternd den Blick ins Gleisbett lenkt.
Wenn fröstelnd Reisende wartend am Rande stehen
Pendler vorbeijagen ohne links, noch rechts zu sehen.
Wenn Menschen ohne festes Heim
selbst ihren Körper quälen, und andere im Vorbeigehen
ihre Lebensgeschichte erzählen.

Wenn eisige Luft den U-Bahnschacht herunter grollt,
und die leere Bierflasche klirrend um die Ecke rollt.
Wenn hinter großen glänzend warmen Fenstern
hell die Lichter anspringen,
Kaffeemaschinen röhren, PC-Lüfter singen…

Dann wird es klar, ganz tief in mir….
Guten Morgen Moloch, ich bin wieder hier.

AR 100209

Seelentau

stetig tropft und höhlt mein Herz
reifeisige Augen
süßer Schmerz.
Im Wintereis kalt stehen Seelen
schutzlos ausgesetzt mich quälen
tagtäglich Worte, böse Blicke.
Fahl glitzern Tropfen tränenblass auf weißer Haut
zitternd Hand an frühlingsstarkem grünen Dickicht baut.
Und mit jedem eisig monotonen Tropfen
hier mein Widerstand wegtaut.

Ein erstes Zwitschern in der Monotonie erschallt.
Leise schließe ich mit Bedacht, die Augen still zur ewigen Nacht.