eine kleine,feine Auswahl meiner Gedichte

Herbstwinde

Noch immer wand’re ich allein
durch der Nebel Schattenwand
Hohl klingen leere Phrasen
hämisch grinsend, in buntem Gewand.

Je länger ich folge des Weges Windung
wächst im Dämmerlicht Erkenntnisfindung,
steigt Nebel in des Herbstes Wipfel,
treibt Hirnes Klarheit auf den Gipfel.

Der Sturm kriecht wohlig über wachsweiße Haut,
raschelt kalt durch das brauntote Laub,
Vom Herbstwinden getragen möchte ich sein,
wand’re durch die Schatten allein.

AR291009

Warten …

Frischer Wind Gedankenböen sät
Nebel kniehoch in den Wiesen steht,
wohlig in Schwärze tiefversunken,
haben dürstende Poren nahe Herbstluft getrunken.
Suchst verzweifelt Gelbes Blitzen
in Großstadtnormbewuchsblattspitzen,
suchst nach welkbunten Blättern,
mit den Füßen zu spielen…….oder…..
wartest doch einfach auf den Oktober.

Metamorphosen

Ein Jeder steht auf dieser Welt
geht, wenn sein letzter Vorhang fällt
doch ganz für sich allein.

Eingeschlossen,
jeder noch so feste Schritt,
gegangen, mit der Erkenntnis im Tiefenbewusstsein.

Hier und dort begleitet -ein Stück des Wegs-
Ob gut? Ob schlecht?
Ist Einerlei – es prägt!

Und somit mancher Narben auf der Seele
von zu viel zu langen Gesellschaften trägt.
Es unterliegt der Metamorphose
das denkende, das fühlende Wesen -
kann erst im Fallen des letzten Vorhangs
in der Verwandlung dann genesen.
A.R. 260609

Seelentau

stetig tropft und höhlt mein Herz
reifeisige Augen
süßer Schmerz.

Im Wintereis kalt stehen Seelen
schutzlos ausgesetzt mich quälen
tagtäglich Worte, böse Blicke.

Fahl glitzern Tropfen tränenblass auf weißer Haut
zitternd Hand an frühlingsstarkem grünen Dickicht baut.

Und mit jedem eisig monotonen Tropfen
hier mein Widerstand wegtaut.

Ein erstes Zwitschern in der Monotonie erschallt.
Leise schließe ich mit Bedacht, die Augen still zur ewigen Nacht.

Gedankenstürme – 2

Ausgedörrt und angebrochen                                                                                                             liegen zugedeckt Gedankenhaufen                                                                                   versteckt im stillen Auge des Orkans-                                                                      Nervenenden zusammenlaufen                                                                                                       und im ersten lauen Lüftchen                                                                                                             flattert an kahler Krüppelkiefer Band                                                                                              -das Leben erweckt-                                                                                                                                -rund tönt es lauter-

meiner Seele, freies Land.

Wilder die Wellen vorwärts rollen                                                                                                 fressen Stück um Stück vom Strand                                                                                                 -Blitze zucken-                                                                                                                                            -Donner grollen-

meiner Seele, freies Land.

Ohne Wehr dem Sturm zu Füßen                                                                                                  legt sich der Schutzbewuchs der Dünen                                                                                         bereit die Sinnflut zu begrüßen.                                                                                                     Gischt steigt an der Uferwand                                                                                                sorgenvoll Schaumkronen tanzen,

meiner Seele, freies Land.

Energien entladen                                                                                                                         Winde gebündelt                                                                                                                                               lose Gedanken bleiben zurück                         zerstreut                                                                                                                                                          im Sand.

Fern                                                                                                                                            Donnergrollen mit Blitzen zündelt                                                                                              Meiner Seele, freies Land.

Der neue König

Meinungsgeschwängert, obrigkeitshörig,
dargebracht im einstimmigen Chor.
Dringt es laut an jedermanns Ohr.
Habt ihr es vernommen?
Ein neuer König ist angekommen.
Alles Unheil und Krisen in der Welt wird er richten.
Wie konnten wir so lang auf ihn verzichten?
Eifrig ergeben legen wir selig
unsere Pflichten, unsere Lasten
in die Hände vom neuen König.
Nimm uns ab das Denken, das Entscheiden,
die Notwendigkeit selbst zu handeln.
Wir können es kaum abwarten,
dass neue Herren in alten Hallen wandeln.

Bei all der Freud’, dem Jubel sicherlich,
bedenkt
es ist ein Mensch
wie du, wie ich.

Gedanken Scherben

Manchmal.
Möchte ich eine rauchen.
Nur, weil ich das Gefühl hab, Halt zu brauchen.
Manchmal.
Möchte ich trinken.
Nur, um im tiefsten Gedankennebel still zu versinken.
Manchmal.
Möchte ich schreien.
Nur, um mich von allem zu befreien.
Wie oft hab ich schon umsonst geschrieen,
ich häng hier fest,
kann nicht entfliehen.
Der aufgesetzt- und falschen Welt,
die vorn süß lächelt
und hinterücks dir in den Rücken fällt.
Stumpf. Emotionslos. Taub. Blind. Allein.
Könnte die Welt dann aushaltbarer sein?

 Jahrmarkt der Eitelkeiten

alljährlich,
ehrlich..
sich Geist und Seele weiden
auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten.

Groß geladen,
im Glanz von Kerzen
„erfreuen“ wir uns Scherzen,
dargebracht, des Redens wegen,
und sicher nicht zum ersten Mal.
Lächeln im Gesicht festfriert,
zuhör’n wird zur Qual.
Im Bühnenlicht Selbstdarsteller strahlen,
im Schatten die, die Zeche zahlen.
Um Stunden kostbarer Lebenszeit betrogen,
im gesellschaftlichen Netz verwoben,
wie die Fliege
in den Spinnenseiten.
Willkommen
auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten.

Mit guter Miene zum bösen Spiel
übersehen wir geflissentlich das Ziel
und fahren fort, denen Zeit zu schenken,
die auch den Rest des Jahres uns nicht bedenken.
Um die peinliche Stille zu übertönen
wird der Respekt gern ignoriert,
sonnt so mancher sich im Glanze,
während der Andere an seelischer Kälte friert.
Jetzt heißts:
im Festgeläut seeliger Zeit zusammenhalten….
erklingt es laut, auch zu denen , die leis das Lichte meiden.
Willkommen allesamt
auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten.

Hier flötet es zart.
Hier unterhält es laut.
Hier blubbert es freundlich vor sich hin
bis jemand – intellektuell und hochkulturell-
verbal um sich haut.
Ja , wir haben uns lieb und mögen uns alle gerne leiden.
Willkommen
auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten.

Danke Freunde

Danke für ein allzeit offenes Ohr.
Danke für die helfende Hand.
Danke für die Wärme, wenn ich fror.
Danke, dass ihr manchmal meine Wand.
Danke für Bestätigung zur rechten Zeit.
Danke dafür, dass ihr seid, wie ihr seid.
Danke für Musik, für Inspiration.
Danke für Ruhe in schwerer Situation.
Danke für Annehmen und Folgen, ob Sinn oder Unsinn
ohne Bedacht auf eigenen Gewinn.
Danke für Nachdenken
und gelegentliches Umlenken
Danke für Fels und Verständnis in der Brandung
in der so mancher Traum versank.

Für all die Freude,
für all die Zeit
liebe Freunde
habt Dank. 

Jahresendgedanken

Gezählt sind die Tage,
in der Uhr rieselt der Sand,
in mir wächst die Frage
nach dem Lebensstand.

Ihr seid gegangen,
seht ihr mich nun?
Was denkt ihr,
ist es in Ordnung, mein Tun?

Ich könnt es nicht ändern,
wäre es das nicht.
Ich wandere im Schatten,
nicht im Licht.

Als Beobachter am Rand
sind die Tage spannend gewesen.
Im Balanceakt an der Klippenwand
versuche zwischen den Zeilen ich zu lesen.

Oft stürmt es hier und windet,
so duster, schwer zu sehen,
gezählt sind aller Welten Tage
muss den Weg doch weiter gehen.

Momentaufnahme

wenn das erdenrund anhält
man gedanken nachhängt
leise wird die welt
stille uns umfängt

sinnend den moment genießen?
die zeit vor augen geführt
in der all die jahre fließen
gelebt, ganz unberührt

Schenk mir Flügel

Einsam, inmitten Menschenmassen, Regen verwäscht klares Denken
Schenk mir Flügel und
ich lass mich vom Winde lenken.

Will mich erheben übers Weltgeschehen
über Falschheit, Heuchlerei, dem „So tun als ob“
einfach drüber stehen.

Will Ignoranz unter einer dicken
schwarzen Decke begraben,
aufsteigen mit lautem Flügelschlagen.

Will Radikalität den letzten Funken schicken
um sie mit Einseitigkeit und Dummheit
brennend leuchtend in der Ferne zu erblicken.

Schenk mir Flügel
will mich erheben weit übers Weltgeschehen
bessere Universen zu suchen,
sag, hast du sie gesehen?

Dein Weg

Sicher ist es schön, Rückhalt zu spüren
auf den Wegen, die man geht,
unbekannt, wohin sie führen,
wer an deiner Seite steht.
Und ist der Weg auch arg verschlungen,
laufen musst du ganz allein
soll er an jeder Biegung
letzten Endes dein Weg sein.

Was du auch tust
wo du auch stehst
wohin du gehst
Bist du allein und wirst sehen,
dass
was du tatest
wo du standest
wohin du liefst
wird irgendwann
für dein Leben stehen.

Ehrlich, dir selbst gegenüber
und dem was du jemals getan,
deinem Spiegelbild standhalten,
fern vom „schöne Welten“ Wahn.
Eines Tages – dann -
am Ende deines Lebenswegs,
abtreten, mit der inneren Gewissheit:
Es war der Richtige und nur so geht’s.

Was du auch tust
wo du auch stehst
wohin du gehst
bist du allein und wirst sehen,
dass
was du tatest
wo du standest
wohin du liefst,
wird irgendwann für dein Leben stehen.

 Abendliche Reflexion

abends
wenn das Dunkel mich umfängt
still
man über den Tag nachdenkt
sich Begegnungen vor Augen führt
bin doch oftmals ich berührt
wie mit Menschen umgegangen
im alltäglichen Miteinander
gejagt, gemobbt, gequält, gefangen
lässt man doch nicht voneinander
fest in äußeren Zwängen gebunden,
zu feige Wahrheiten laut zu sagen
und ich schließe emotionstrunken
meine Augen nach solch Tagen.

Abhängigkeiten

Von Anderen wird unser Tun bestimmt
der eigene Wille glimmt
wie der Dochtrest einer Kerze

Emotional werden wir zu Taten getrieben,
von denen, die uns nahestehen,
die wir lieben

Körperlich sind wir ergeben,
denen, die uns kräftemäßig überlegen

Geistig sind wir fremdgeführt,
von schreiendbunten Medien verwirrt

Finanziell sind wir erlegen,
denen, die uns unsere Brötchen geben.

Ja, wir sind der Sklaven viele
Erpresst mit
Macht
Worten
Geld
eingeforderter Liebe
Ja, wir sind der Sklaven viele.

Herbst -in dieser Welt-

Gerodet liegen brach die Felder,
schwarze Rabenkrähen kreisen,
denn das Jahr wird merklich älter,
wollen an der Tafel speisen.

Statt dem Sommerblütenduft
und viel zu wildem, lauten Leben,
liegt Pilzgeruch nun in der Luft,
schwermütig reifen rote Reben.

Der Wind an Baumes Blättern zieht,
bald wird Erfolg er haben,
wenn dieser dann sein Bunt abgibt,
steht kahl er in wenigen Tagen.

Grau und feucht empfängt mich jener Morgen
ich seh die Raben auf dem Feld
und fühle mich im Zeitenwandel geborgen
es ist Herbst
-in dieser Welt-.

 

Der Heimat entwachsen….
Ich bin früh losgezogen,

habe soviel gesehen,

bin oft in der Dunkelheit gekommen,

musste Nachts wieder gehen.

Hotels, die sich gleichen,

wo sie auch stehen.

Nichts bleibt wie es ist,

wusste ich bald zu verstehen.

Der Heimat entwachsen

Freigeist auf der Flucht

Rastlose Jagd

Endstation gesucht

Hab Wohnungen gewechselt,

Schlafplätze und Tisch-

der Heimatbegriff

er wandelt sich.

Ich hab viel erreicht,

in all diesen Tagen,

Hab nie aufgehört

meine Träume zu jagen,

bin nie angekommen,

wo auch immer ich war

sah ich viele Sonnen,

wurde Elend gewahr.

Der Heimat entwachsen

Freigeist auf der Flucht

Rastlose Jagd

Endstation gesucht

Heut lass ich mich täglich vom Moloch fressen,

mich in gesellschaftliche Normen pressen.

Die Großstadt hält mir den Weltenspiegel vors Gesicht.

Ich bleib vorerst hier

doch Heimat ist’s nicht.

Stille

Manchmal wünscht ich Stille mir,
Stille in unserer lärmenden Welt
in der die Manipulation allgegenwärtig
Einzug hält.
Zu viele kreischend-bunte Versprechen
gemacht schon im Bewusstsein
sie zu brechen,
Zuckersüßer Lockruf hallt,
in offenen Käuferohren schallt.
Hier such verzweifelt ich die Stille,
mit ihr versteckt sich oft der eigene Wille.

Manchmal wünscht ich Stille mir,
Stille in unserer lauten Welt.
In der man schreien muss, um bemerkt zu werden
und sich doch jeder für besonders hält.
In dieser Welt wird öffentlich herausgekehrt,
jedes – auch das kleinste – Tageswerk,
werden offensichtliche Unwichtigkeiten
aufgeblasen zu gigantischen Richtigkeiten.
Unter geht in diesem Lärm
das Wahrhaftige allzugern.

Manchmal wünscht ich Stille mir,
Stille in dieser unserer Welt.
Stille so leise, das Angst aufsteigt,
die Gedanken zulässt
über das was ist
und das was bleibt.
Stille, die erdet und bändigt dieses laute Tier.
Stille, die Prioritäten setzt.
Stille, tief in mir. 

Aufgehängt an Strippen und Schnüren

Marionettengleich an Strippen aufgehängt
ein Leben, welches erst anfängt,

wenn jemand seine Finger biegt
und an deinen Schnüren zieht.

Abhängig von des Puppenspielers Hand,
fremdbestimmt auf eigenem Land.

Auf jedes Bild von ihm und Ton
folgt deine willenlose Reaktion.

Denken -notwendigerweise- dabei ausgestellt.
bevor es zufällig doch auffällt,
wohin man treibt

und wie so wenig eigenreales Leben
in dieser festgezurrten Welt
dann übrig bleibt. 

Verstand im Sturm (der Medien)

Aufkommende Böen, wachsende Winde,
im wolkenschwangeren Himmel entstehen.
Lose Gedankensplitter herbstblattgleich tanzend,
im Düster fast verloren gehen.

Aufgewühlte Wellen schlagen,
nehmen ein dein Denken von Äonen Tagen.

An des Ufers Steilwand kracht es laut
übertönt von gischten Kronen,
wenn dein Kopf einen Schutzwall baut.

Das währende Tropfen, Graben, Schlagen
wirkt auf deine Meinung ein.
Tosend’ Winde aus allen Medien
steter Tropfen höhlt den Stein.

Wie lang wird wohl
dein logisch denkender Verstand
aufrecht in diesen Stürmen sein? 

Metamorphose

Ich schrumpfe zusammen in mir.
Was bin ich nun?
Was will ich hier?
Streife ab meine schrumpelnde Haut,
das alte Leben unverdaut.

In mir brennt Neues
-rot-heiß-lodert-
erfinde ich mich wieder,
das alte Innere vermodert,
in mir klingen Lieder.

Ich bin nicht tot,
sehe euch wieder.
Wie der milchweiße Mond
leuchte ich auf
und steige ich nieder,
wo neues Dasein wohnt.

hinter deine Augen

öffne dich, dann siehst du mich

hinter deine Augen
möcht’ ich manchmal sehen
will tief in deinem Hirn
neue Ideen säen
anderen Ansichten einen Nährboden geben
deren Wachsen und Gedeihen miterleben
frische Bilder dort anpflanzen
mit den Mondesstrahlen
in blühenden Gedankengärten tanzen
hinter deine Augen
möcht’ ich manchmal sehen
und dabei nicht in absoluter Leere stehen.

öffne dich, dann siehst du mich

 

Ach, wie ist das Leben doch schönDie Gedanken sind frei
Ist das wirklich so?
Ist Dir das menschliche Denken wirklich einerlei ?
Und wenn, sollte es das sein?

 

Für dich ist es leichter im Schubladendenken
sich auf vorgefertigte Meinungen zu beschränken
als mühselig komplizierten Gedankengängen
intellektuell bewanderter Menschen zu folgen
und sich zwangsläufig damit Neuem zu öffnen
Im grauen Tagesbrei Halbwahrheiten mit Kellen zu löffeln
statt die Dinge zu hinterfragen
mit den Anderen mitjammern, laut wehklagen.

Ach, wie ist das Leben doch schön
lass dich medial berieseln
schließ einfach die Augen
du musst eh nichts sehen
lass dich von der Masse lenken
wer sich zuerst bewegt,
muss heute denken.

So versinkt das menschliche Gedankengut im Alltagssuppenbrei?
ja, ja,ja…. die Gedanken sind frei.

 

Der Lyriker

Missachtend jeder offenkundigen Wahrheit

reihst du schönste Worte

aneinander

Perlen gleich

ein harmonisch

miteinander

schreibst du dir das Paradies

obwohl selbst du es nicht siehst.

 

 

jährlich wiederkehrendes ereignis

chaos

wutausbruch

jammern auf hohem niveau

drehen wie ein kreisel

applaus gibts keinen, das ist nunmal so

animositäten

gekränkte gemüter

schön wars

nächstes jahr dies alles wieder.

 

 

Anderswelten

Endloschleife im Hamsterrad
rund um rund um rund
Tag um Tag um Tag
beim Abflug wird der Übertritt gewagt

beseelt von Heimlichkeiten
unfassbar – still – gehetzt
in mir steigt ein Hochgefühl
oft negativ besetzt
sehe ich plötzlich Möglichkeiten
vergangene Träume werden geweckt
seltsam berauscht
mit durchsichtigen Nebeln
vor den meinen verdeckt

Endlosschleife im Hamsterrad
rund um rund um rund
Tag um Tag um Tag
nicht mehr lang, ein Ende naht.

 

Schöner Schein

Des schönen Scheines wegen

hungerst du einem Ideal entgegen,

schmückst dich mit fremden Federkleid,

bist freundlich zu Karrierehelfern mit Leichtigkeit

hell strahlst du im Sonnenlicht,

schlechte Tage gibts für dich nicht,

Leistungen anderer heben dich auf Stufe eins,

nach außen ist das alles deins, deins, deins!

Du schaust nur selten hinter deiner Maske hervor

Sehen wir -oder- du dich?

Worin liegt der wahre Horror?

Die Mauern meines Herzen

Die Mauern meines Herzen
solide, hoch und stark
keiner einfach übersteigt
keiner einfach niederreißt
leis im Schimmer sanfter Kerzen
gewähr ich Einlass zu meinem Seelenpark

unter lebendig denkenden Wesen
ich höre ihre Worte wohl
allein sie erreichen mich nicht
um mich herum alles
nichtig, oberflächlich,leer,hohl
sie kratzen doch von außen nur
sind auf falsche Nettigleit erpicht

Die Mauern meines Herzen
solide,hoch und stark
keiner einfach übersteigt
keiner einfach niederreißt
leis im Schimmer sanfter Kerzen
gewähr ich Einlass zu meinem Seelenpark

 Ein kleiner Tod

Jeder Tag
was ich nicht will
Jeder Tag
ein falsches Gefühl
Jeder Tag
im Abendrot
sterb ich einen kleinen Tod.

Jeden Tag
umgeben von Zwängen
Jeden Tag
an fremden Strängen
Jeden Tag
den euer Gott euch gebot
sterb ich einen kleinen Tod.

Jeden Tag
für andere funktionieren
Jeden Tag
Buffets anrichten, von denen andere dinieren
Jeden Tag
-in mir ein Kampf tobt-
endet mit einem kleinen Tod

Lummerland ist abgebrannt

Hab wieder mal zu viel erwartet,
mich wieder mal zu früh gefreut.
Es ist die Normalität, die ausartet
Vorgestern, gestern, morgen, heut.

Immer das Gleiche
Immer das Eine
Noch nicht zu Hause
Noch nicht das Meine

Wünschen, hoffen, warten, sehnen-
darfst dich niemals sicher wähnen.
Kalter Rauch steigt hoch ins Land
Ideale abgebrannt.

 

7:05 

Wenn dunkel morgens blau die Leuchtreklame empfängt,

die fette Taube flatternd den Blick ins Gleisbett lenkt.

Wenn fröstelnd Reisende wartend am Rande stehen

Pendler vorbeijagen ohne links, noch rechts zu sehen.

Wenn Menschen ohne festes Heim

selbst ihren Körper quälen,

und andere im Vorbeigehen ihre Lebensgeschichte erzählen.

Wenn eisige Luft den U-Bahnschacht herunter grollt,

und die leere Bierflasche klirrend um die Ecke rollt.

Wenn hinter großen glänzend warmen Fenstern

hell die Lichter anspringen,

Kaffeemaschinen röhren, PC-Lüfter singen…

Dann wird es klar, ganz tief in mir….

Guten Morgen Moloch, ich bin wieder hier. 

Rundumschlag

Aufgezogene Kinderseelen bringen dich zum Grinsen
beim gelegentlich ablenkenden In-die-Shoutbox linsen
doch das Schmunzeln weicht Unbehagen
wird kräftig mal rundumgeschlagen
dabei wollte nur jemand jemandem „Danke“ sagen.
In meinem Halse steckt ein Kloß,
was herrscht ein rauher Ton hier bloß.
Und die Moral von der Geschicht’:
ohne eine dicke Haut poste besser nicht!

Rastlose Sehnsucht

manches geht nur mit dir

nebeneinander
zueinander
miteinander
durcheinander
beieinander
übereinander
ineinander
manches geht nur mit dir

überfüllte Wartehallen
immer gleich kalte Hotelzimmer
fremde Stimmen in den Ohren schallen
angekommen sind wir noch immer
windige Bahnsteige
Strecken führen ins Nirgendwo
Zurückschauen wäre feige

manches geht nur mit dir

nebeneinander
zueinander
miteinander
durcheinander
beieinander
übereinander
ineinander
bald bin ich bei dir

Gedankenstürme

wir sollten heute hier konzentriert zu werke gehen
statt dessen haben wir aus dem fenster gesehen

wir sollten funktionieren, sollten schaffen
können uns heute doch zu nichts aufraffen

im kopf gedankenstürme toben,
aufbrausend, still, wirr, emotional verwoben,
nein heute sind wir nicht wirklich selbst wir
aufgebracht in uns versunken
warten wir leis auf Nachricht von dir.

 Das rechte Wort

Ein fröhliches Wort im richtigen Augenblick,
ein Lächeln mir ins Herze schickt
ein wahres Wort, das weiterbringt,
ein klares Wort, mit Gefühlen ringt,
ein liebes Wort, die Seele singt.
Das rechte Wort zur rechten Zeit,
das ist eine Gabe,
so sag ich dir mit Dankbarkeit,
wie gern ich deine Worte gelesen habe.

für Mona

 

Winter in Deutschland

Gestern saß sie noch da,
in diesen Hosen, die ihr vor Jahren einmal passten.
Weisst du?

Gestern,
gestern saß sie noch da,
mit diesem Kaffeebecher für die Münzen.
Weisst du?

Gestern,
also gestern saß sie bestimmt noch da,
mit diesen Schuhen, durch die man die Strümpfe sieht.
Weisst du?

Heute schneit es hier, heftig sogar.
Wo sie wohl ist?
Sagst du es mir?

 

Gate A08

ich warte

Worauf?

Eigentlich weiß ich es nicht genau.

Draußen steigen menschgebaute Vögel

in den Sternenhimmel.

Hier drin ist es einfach nur eklig und grau.

Mich fröstelt und während ich

den aufdringlichen Typen

abwimmel

krampft tief in mir

die Sehnsucht nach dem Feuer in dir.

Da, mein Vogel ist „schon“ angekommen.

Ich starre durch schmutzige Fenster verschwommen

in die anonyme Gesichtermasse,

vom Vogel ausgespuckt.

Gleich bin auch ich gefangen in diesem Konstrukt.

Will nur noch laufen,

zum Feuer hin rennen,

entgegen diesem inneren Brennen.

 

Hello again

und wieder steh ich hier
blick in dein Gesicht
steck’ in deinen Mühlen fest
ohne dich, gehts scheinbar nicht.

Schaust mich hässlich grinsend an
zeigst heute deine abstoßende Seite,
doch hin und wieder,
dann und wann,
strahlst auch in schönem Kleide.
Schmückst mit Kultur dich
feinsinnig,
vielschichtig,
mit Musik und
schönen Wesen,
blendest grell den Rest der Welt
hier wird kein Geist genesen.

Nun steh ich also wieder hier
und fühl mich aufgenommen
verschluckt hat mich das große Tier,
bist einfach über mich gekommen.

 

Wanderer zwischen den Welten
-Bahnhofkosmos-

Ganz still steh ich am Gleisesstrand,
werd’ leichtsinnig Beobachter in Eurem Leben
spaziere unerkannt am Weltenrand
habt mir hier
-applaus -und vorhanglos-
Euren Real-life-stream zum Besten gegeben.

Ich seh ihre Hand am Fenster kleben,
flüsternd ihre Lippen beben
seh seinen Schmerz, ein tosend Herz
still bleibt er, denn was er auch erzählt,
es gäb nichts, was diesen Zug aufhält.

Ich sehe du drehst mit allen Habseligkeiten gut bepackt
um die Züge einsam deine Runden
scheinst
- auch wenn du nie einen der Wagen besteigst -
stets Reisewillen zu bekunden.

Ganz still steh ich am Gleisesstrand,
werd’ leichtsinnig Beobachter in Eurem Leben
spaziere unerkannt am Weltenrand
habt mir hier
-applaus -und vorhanglos-
Euren Real-life-stream zum Besten gegeben.

Ich seh dir an, wie wichtig du doch bist
Jeden Anruf angenommen, bei keinem Meeting je vermisst
allzeit bereit, allzeit erreichbar,
hechtest du – wild gestikulierend – dahin
all die Massen quer durchschneidend,
auf gehts zum nächsten Termin.

Ich sehe mit dem toten Blick
stolperst du auf Fremde zu
streckst deine schmutzig leere Hand
fordernd ihnen entgegen
bis sich endgültig jemand erbarmt,
murmelst etwas von Gottes Segen….

Ganz still steh ich am Gleisesstrand,
werd’ leichtsinnig Beobachter in Eurem Leben
spaziere unerkannt am Weltenrand
habt mir hier
-applaus -und vorhanglos-
Euren Real-life-stream zum Besten gegeben.

Ich seh auch dich, hell scheinend im Licht,
die Menschen links und rechts um dich siehst du nicht,
stöckelst in Parfum gehüllt,
lächelnd aufgepumpt
durch deine hübsche Welt
barbiepuppenrosarot,
so wie es dir gefällt.

Ich seh dir zu, wie du mit ungewaschenen Händen
in den Containern Ausschau hälst
nach leeren Plastikpfandflaschen,
wühlst, gräbst, sammelst, das kostbare Gut verstaust,
in bunten Discounterplastiktaschen.

Ganz still steh ich am Gleisesstrand,
werd’ leichtsinnig Beobachter in Eurem Leben
spaziere unerkannt am Weltenrand
habt mir hier
-applaus -und vorhanglos-
Euren Real-life-stream zum Besten gegeben.

 

Summer in the City

Flirrend liegt die Hitze auf den Schienen
kerosingeschwängerte Luft steht in den Straßen
emsig hurtig wie die Bienen
lebendig Treiben in den Gassen

Gut betuchte Damen tragen teure Körperteile zur Schau
Der Penner von der Ecke wählt zur Feier des Tages „blau“

hier kreischen Sirenen
da entstehen grellneue Graffiti
beim Anblick kurzärmliger Banker spätestens wird klar
es ist wieder
Summer in the city.

 

Frühling aus der Sicht eines Pendlers

Langsam wird es hell, dem Tage graut,
endlich kannst du morgens die Graffitis wieder erkennen.
Mit Eiseskälte hast du mühsam schützende Mauern um dich gebaut,
die im Sonnenlicht geschmolzen den Rinnstein entlang rennen.
Stetig wachsende Knospen nun durch deine ungeschützte Seele dringen,
nach Brotkrumen gierende Tauben singen,
der Clochard schläft nicht mehr in den Bahnhofshallen,
allenthalben viel zu kurze Röcke wallen,
und -fast unbemerkt von dir- am Bordstein
beginnt ein Gänseblümchen sein Dasein.

 

SehnsuchtFrostig glitzert Reif auf einer Blüte, die in der Kälte längst erfrorn.
Sand knirscht unter meinen Füßen,
von der Stille lass ich mich küssen,
fühle mich wie neugebor’n.
Wenn Eiswind in den Wangen kneift,
Sehnsucht meine Seele greift,
nach der kalten, rauhen See.
Als dann der Zug grell Aufbruch schreit,
lass ich es hier,
mein Herz,
im Schnee.

 

 

Unendliche Weiten

Sanft der Wind in den Haaren spielt,
Wellen brechen an deinem Leib,
smaragdgrünes Wasser dir die Knochen auskühlt,
beißende Möwenschreie hallen,
rot versinkt die Sonne im kalten Wallen,
die Gischt zischt leise … „bleib“.
Bist nur ein Sandkorn im Spiel der Gezeiten
und dein Dasein relativiert sich
in des Ozeans unendlicher Weiten.

 

Wilde Winde

von wilden Winden getrieben

dunkle graue Wolken sich finden

letzte Fussspuren im Sand geblieben

vertrocknend braune Algen am Strande sich winden

Gischt gekrönte Wellen schlingen

lange Arme rasch um dich

und ihre Ausläufer kräuseln sich

um deinen nassen Leib

wilde Winde nehmen auf

dein unruhig Herz in Ewigkeit

 

Seelenfrieden

Zarter Nebel in den Krüppelkiefern steht,
Meereswind durch meine Haare weht,
die See ist dunkel, wild und weit,
kalter Sand zwischen meinen Zehen -
ich sehe die Kronen auf ihrem Kleid,
salzige Wellen nehmen mich in ihren Arm,
umschließen und halten mich
sicher und warm,
wenn Strandhaferähren im Sturm sich biegen,
find ich meinen Seelenfrieden.

 

Frostbrand

Dumpfer Hall aus dunklen Tiefen
reifbelegte Stimmen mich riefen,
Kräfte mich in die Kälte ziehen.
Ich träum’ in eisig blauen Augen
in diesen Tiefen will ich tauchen,
vor dir will im Schnee ich knien.

Zitternd erstarr ich in deiner Nähe
frostkalt in einer Wehe,
lern Feuer kennen erst in deinen Armen.
In deinen Händen brennt mein Herz
lodernd vergeh ich in deinen Tiefen,
glühend kalter Schmerz.

Folge den Stimmen, die mich riefen,
folge ihnen in ein anderes Land,
die Zeit vergeht
Schnee still bedeckt
unseres Frostes Brand.

 

Herbstmorgen Abschied

Eiskristalle auf herbstbraunen Blättern strahlen,
während ich meine Sachen packe,
fette Raben vor’m Fenster mit Brotbrocken prahlen
mich friert,
so kalt,
hilft keine Jacke.

Mit schnellem Schritt, das Herz mir jagt, heute rast die Zeit.
Ich starre sinnentleert den Raben zu,
bin doch bald
so weit.

Tapfer verteidigt der Dicke sein Brot
ich möchte gar nicht gehen
der letzte Kaffee treibt Leben mir in die Glieder
Seid ihr bestimmt da, wenn ich komme?
Nun sind die Krümel im Gefieder….

Den letzten Brotrest bekommt der Kleinste.
Ade
ich werd’ jetzt gehen.
und ich sehe noch im Augenwinkel
Eiskristall geschmückte Blätter im Straßengraben wehen.

 

Inneres Feuer

Wieder drückt die Seele mir
fressen mich meine Gedanken
alles hier scheint seltsam fremd
meine Welt gerät ins wanken.

Ich bin nicht das
was ich in Jahren gebaut,
bin vielmehr auf der Suche.
Ach wäre doch das Heute gestern.
Ist’s meine Feigheit,
die ich verfluche?

Bin doch meiner Welt Erbauer
doch hier zu zündeln,
wag ich nicht.
Umzingelt von der Erwartung Mauer
brennt nur in mir ein lodernd Licht.

War nicht der Weg hierher zu weit
um jetzt die Straße neu zu suchen?

So spiel ich weiter mit dem Zündholz
tief in meinen Gedanken
das Feuer in mir brennt und brennt
und bringt –irgendwann ganz sicher-
auch stärkste Mauern ins wanken.

 

Morgenröte

und wenn der jüngste Tag erwacht

mich die Nacht um den Verstand gebracht

düsterer Dämonen Rauch

in meiner Brust, in meinem Bauch

unaufhörlich aufgestiegen

von meinen Ängsten angetrieben

will beseitigen den falschen schönen bunten Schein

Erkenntnis

im Moment des tatsächlichen Seins

halt bis zur Morgenröte Wacht

bis der jüngste Tag erwacht

 

 

Wandern in Hallen

Wandern in Hallen,
nicht endend
weit wie das Meer
strahlend blaue Augen
blicken leer
bunten Träumen hinterher
des Alltags großer Schlund
fraß gierig
all der Träume bunt
wandern in Hallen
nicht endend,
dämmrig,
führen bis zur Seele Grund.
fleißig kleine Seelenschützer
Mauern bauen
muss man nicht darüberschauen
fangen all die Träume ein
die nur gedacht und unbeweint
wandern in Hallen,
nicht endendes Sein
innerhalb hoher,
fester Mauern
-stürzen ja nicht ein-.

 

Nächtliche Dämonen

Im Schutz der allzu dunklen Nacht,
bin ich es, der deinen Schlaf bewacht,
bin der Traum
der dich um deine Ruh gebracht
bin dein Gewissen,
wandere in deinem Hirn
verleide dir jeden Bissen
nur mir sollen deine Gedanken gehör’n
bin manchmal leis
- doch niemals still
deine Furcht ich spüren will.

 

Sehnsucht

Frostig glitzert Reif auf einer Blüte, die in der Kälte längst erfrorn.
Sand knirscht unter meinen Füßen,
von der Stille lass ich mich küssen,
fühle mich wie neugebor’n.
Wenn Eiswind in den Wangen kneift,
Sehnsucht meine Seele greift,
nach der kalten, rauhen See.
Als dann der Zug grell Aufbruch schreit,
lass ich es hier,
mein Herz,
im Schnee.

 

 

 

Unendliche Weiten

Sanft der Wind in den Haaren spielt,
Wellen brechen an deinem Leib,
smaragdgrünes Wasser dir die Knochen auskühlt,
beißende Möwenschreie hallen,
rot versinkt die Sonne im kalten Wallen,
die Gischt zischt leise … „bleib“.
Bist nur ein Sandkorn im Spiel der Gezeiten
und dein Dasein relativiert sich
in des Ozeans unendlicher Weiten.

 

Wilde Winde

von wilden Winden getrieben

dunkle graue Wolken sich finden

letzte Fussspuren im Sand geblieben

vertrocknend braune Algen am Strande sich winden

Gischt gekrönte Wellen schlingen

lange Arme rasch um dich

und ihre Ausläufer kräuseln sich

um deinen nassen Leib

wilde Winde nehmen auf

dein unruhig Herz in Ewigkeit

 

Seelenfrieden

Zarter Nebel in den Krüppelkiefern steht,
Meereswind durch meine Haare weht,
die See ist dunkel, wild und weit,
kalter Sand zwischen meinen Zehen -
ich sehe die Kronen auf ihrem Kleid,
salzige Wellen nehmen mich in ihren Arm,
umschließen und halten mich
sicher und warm,
wenn Strandhaferähren im Sturm sich biegen,
find ich meinen Seelenfrieden.

 

Frostbrand

Dumpfer Hall aus dunklen Tiefen
reifbelegte Stimmen mich riefen,
Kräfte mich in die Kälte ziehen.
Ich träum’ in eisig blauen Augen
in diesen Tiefen will ich tauchen,
vor dir will im Schnee ich knien.

Zitternd erstarr ich in deiner Nähe
frostkalt in einer Wehe,
lern Feuer kennen erst in deinen Armen.
In deinen Händen brennt mein Herz
lodernd vergeh ich in deinen Tiefen,
glühend kalter Schmerz.

Folge den Stimmen, die mich riefen,
folge ihnen in ein anderes Land,
die Zeit vergeht
Schnee still bedeckt
unseres Frostes Brand.

 

Herbstmorgen Abschied

Eiskristalle auf herbstbraunen Blättern strahlen,
während ich meine Sachen packe,
fette Raben vor’m Fenster mit Brotbrocken prahlen
mich friert,
so kalt,
hilft keine Jacke.

Mit schnellem Schritt, das Herz mir jagt, heute rast die Zeit.
Ich starre sinnentleert den Raben zu,
bin doch bald
so weit.

Tapfer verteidigt der Dicke sein Brot
ich möchte gar nicht gehen
der letzte Kaffee treibt Leben mir in die Glieder
Seid ihr bestimmt da, wenn ich komme?
Nun sind die Krümel im Gefieder….

Den letzten Brotrest bekommt der Kleinste.
Ade
ich werd’ jetzt gehen.
und ich sehe noch im Augenwinkel
Eiskristall geschmückte Blätter im Straßengraben wehen.

 

Inneres Feuer

Wieder drückt die Seele mir
fressen mich meine Gedanken
alles hier scheint seltsam fremd
meine Welt gerät ins wanken.

Ich bin nicht das
was ich in Jahren gebaut,
bin vielmehr auf der Suche.
Ach wäre doch das Heute gestern.
Ist’s meine Feigheit,
die ich verfluche?

Bin doch meiner Welt Erbauer
doch hier zu zündeln,
wag ich nicht.
Umzingelt von der Erwartung Mauer
brennt nur in mir ein lodernd Licht.

War nicht der Weg hierher zu weit
um jetzt die Straße neu zu suchen?

So spiel ich weiter mit dem Zündholz
tief in meinen Gedanken
das Feuer in mir brennt und brennt
und bringt –irgendwann ganz sicher-
auch stärkste Mauern ins wanken.

 

Morgenröte

und wenn der jüngste Tag erwacht

mich die Nacht um den Verstand gebracht

düsterer Dämonen Rauch

in meiner Brust, in meinem Bauch

unaufhörlich aufgestiegen

von meinen Ängsten angetrieben

will beseitigen den falschen schönen bunten Schein

Erkenntnis

im Moment des tatsächlichen Seins

halt bis zur Morgenröte Wacht

bis der jüngste Tag erwacht

 

 

Wandern in Hallen

Wandern in Hallen,
nicht endend
weit wie das Meer
strahlend blaue Augen
blicken leer
bunten Träumen hinterher
des Alltags großer Schlund
fraß gierig
all der Träume bunt
wandern in Hallen
nicht endend,
dämmrig,
führen bis zur Seele Grund.
fleißig kleine Seelenschützer
Mauern bauen
muss man nicht darüberschauen
fangen all die Träume ein
die nur gedacht und unbeweint
wandern in Hallen,
nicht endendes Sein
innerhalb hoher,
fester Mauern
-stürzen ja nicht ein-.

 

Nächtliche Dämonen

Im Schutz der allzu dunklen Nacht,
bin ich es, der deinen Schlaf bewacht,
bin der Traum
der dich um deine Ruh gebracht
bin dein Gewissen,
wandere in deinem Hirn
verleide dir jeden Bissen
nur mir sollen deine Gedanken gehör’n
bin manchmal leis
- doch niemals still
deine Furcht ich spüren will.

 

Seelenfrieden

Zarter Nebel in den Krüppelkiefern steht,
Meereswind durch meine Haare weht,
die See ist dunkel, wild und weit,
kalter Sand zwischen meinen Zehen -
ich sehe die Kronen auf ihrem Kleid,
salzige Wellen nehmen mich in ihren Arm,
umschließen und halten mich
sicher und warm,
wenn Strandhaferähren im Sturm sich biegen,
find ich meinen Seelenfrieden.

Wilde Winde

von wilden Winden getrieben
dunkle graue Wolken sich finden
letzte Fussspuren im Sand geblieben
vertrocknend braune Algen am Strande sich winden
Gischt gekrönte Wellen schlingen
lange Arme rasch um dich
und ihre Ausläufer kräuseln sich
um deinen nassen Leib
wilde Winde nehmen auf
dein unruhig Herz in Ewigkeit

Unendliche Weiten

Sanft der Wind in den Haaren spielt,
Wellen brechen an deinem Leib,
smaragdgrünes Wasser dir die Knochen auskühlt,
beißende Möwenschreie hallen,
rot versinkt die Sonne im kalten Wallen,
die Gischt zischt leise … „bleib“.

Bist nur ein Sandkorn im Spiel der Gezeiten
und dein Dasein relativiert sich
in des Ozeans unendlicher Weiten.

 

Sehnsucht

 

Frostig glitzert Reif auf einer Blüte, die in der Kälte längst erfrorn.
Sand knirscht unter meinen Füßen,
von der Stille lass ich mich küssen,
fühle mich wie neugebor’n.
Wenn Eiswind in den Wangen kneift,
Sehnsucht meine Seele greift,
nach der kalten, rauhen See.
Als dann der Zug grell Aufbruch schreit,
lass ich es hier,
mein Herz,
im Schnee.

 

Gedankenstürme – 2

Ausgedörrt und angebrochen
liegen zugedeckt Gedankenhaufen
versteckt im stillen Auge des Orkans-
Nervenenden zusammenlaufen
und im ersten lauen Lüftchen
flattert an kahler Krüppelkiefer Band
-das Leben erweckt-
-rund tönt es lauter-
meiner Seele, freies Land.
Wilder die Wellen vorwärts rollen
fressen Stück um Stück vom Strand
-Blitze zucken-
-Donner grollen-
meiner Seele, freies Land.
Ohne Wehr dem Sturm zu Füßen
legt sich der Schutzbewuchs der Dünen
bereit die Sinnflut zu begrüßen.
Gischt steigt an der Uferwand
sorgenvoll Schaumkronen tanzen,
meiner Seele, freies Land.
Energien entladen
Winde gebündelt
lose Gedanken bleiben zurück
zerstreut
im Sand.
Fern
Donnergrollen mit Blitzen zündelt
Meiner Seele, freies Land.